Pflegeberufe und Rückenschmerzen

  Lesedauer: 11 min

by Marie Luise Zentner | 10.05.2020

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Pflegekraft? - Auch Deine Gesundheit zählt!

Obwohl, oder gerade weil, Pflegekräfte für die Gesundheit anderer sorgen, sind sie selbst aufgrund ihres Berufs häufig von Rückenschmerzen und anderen Beschwerden betroffen. Wie sich die körperliche und psychische Belastung auf Pflegekräfte auswirkt, erfährst du hier.

1. Zuerst lesen!

Was erfährst du in diesem Artikel?

In diesem Artikel erfährst du, weshalb Pflegekräfte besonders häufig unter Rückenschmerzen leiden und mit welchen Tipps und Tricks dem entgegen gewirkt werden kann.

Wie ist dieser Artikel zu lesen?

Du arbeitest selbst in der Pflege oder einem anstrengenden medizinischem Beruf?

Du hast bereits Rückenbeschwerden und versuchst Dich über mögliche Ursachen aufzuschlauen?


Falls Du nach Tipps und Behandlungsmöglichkeiten suchst kannst Du folgende Abschnitte lesen:


2. Typische Beschwerden von Pflegekräften

Rückenschmerzen entstehen aus einem Zusammenspiel verschiedener Gründe. Zum einen nehmen physische, aber auch psychische und soziale Aspekte eine große Rolle bei der Behandlung von Krankheiten ein. In manchen Berufen neigen Menschen dazu, sich zu wenig zu bewegen, in der Pflege aber, müssen Betroffene meist schwer Heben, Tragen und sind starken, psychischen Belastungen ausgesetzt. Welche Auswirkungen die Arbeit auf die Gesundheit von Berufstätigen haben kann, hat das statistische Bundesamt 2013 in einer Studie zu arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen untersucht.

Erwerbstätige im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung leiden zu 8,7% an arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen. Davon ist zu 26,2 % der Bereich Bereich Nacken, Schultern, Arme, Hände und zu 34,2% der Bereich Rücken betroffen. Zusätzlich wurde erhoben, wie viele Personen von körperlicher Belastung auf der Arbeit im Allgemeinen betroffen sind. Dieser Wert liegt bei 32%. Auch die psychische Belastung im gesundheitlichen Bereich darf nicht vergessen werden, denn diese lag 2013 bei 30%.

Der selbstlose Einsatz vieler im Gesundheitswesen tätiger Menschen führt statistisch sehr häufig zu eigenen Beschwerden.

Gerade Mitarbeiter im Gesundheitswesen leiden häufig selbst an Beschwerden

Außerdem gibt die Barmer Versicherung an, dass Pflegekräfte durchschnittlich im Jahr 2017 31 Krankheitstage hatten und somit aus gesundheitlichen Gründen von der Abriet fern bleiben mussten. Damit ist der Krankenstand in der Pflege einer der höchsten im Vergleich zu anderen Branchen. Diese Zahl lässt jedoch die kranken Beschäftigten außer Acht, die häufig, trotz Beschwerden am Arbeitsplatz sind. Die Tage, in denen Pflegekräfte also wirklich krank waren, lassen sich statistisch nicht erfassen.

Dieses Thema geht uns alle etwas an, auch wenn wir nicht in einem Krankenhaus oder Altenheim arbeiten oder befinden, denn die deutsche Gesellschaft wird immer älter. Wir werden uns immer mehr auf die Arbeit von Pflegekräften verlassen müssen. Dabei ist es ein starker Widerspruch, dass Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit der Pflege anderer verdienen, ihre eigene Gesundheit riskieren.

Eine weitere Personengruppe, die in diesem Gespräch häufig vergessen wird, sind diejenigen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen. Dieser Anteil übertrifft zahlenmäßig den, der bezahlten Pflegekräfte, bei weitem. Besonders diese Gruppe sind in der Regel Frauen, die neben ihren anderen Verpflichtungen, auch die Pflege Angehöriger übernehmen. Auch in den Pflegeberufen liegt der Frauenanteil bei über 75% und über 12 % der Beschäftigten sind 60 oder über 60 Jahre alt.

Die Statistik zeigt also, dass gerade Menschen, deren Risiko für Rückenschmerzen erhöht ist, diesen belastenden Beruf ausüben. Aus diesem Grund sollte unter anderen die Prävention von Rückenschmerzen beim Pflegepersonal ein zentrales Thema sein. Doch wie entstehen Rückenschmerzen in der Pflege?

Unspezifische Rückenschmerzen

Unspezifische Rückenschmerzen lassen sich nicht auf einen konkreten Auslöser zurück führen, sondern entstehen aus komplexen Gründen. Hierbei nimmt sowohl die Psyche, als auch das Körperliche einen großen Einfluss auf die Entstehung von Beschwerden. In der Pflege lassen sich beide Faktoren antreffen. Körperliche Belastung ist für viele Betroffene Alltag.

Unter anderem wird viel gehoben und getragen. Besonders das Aufnehmen und Absetzen von Patienten oder Lasten stellt eine Anstrengung dar. Hinzu kommen Tätigkeiten wie Schieben oder Ziehen. Pflegekräfte nutzen also ihre Körperkraft, um schwere Lasten zu bewegen. Der Belastungszustand, der dabei verspürt wird, überschreitet nicht selten den Trainingszustand. Anders gesagt: Die Muskulatur ist nicht genug trainiert, um solchen Anstrengungen Stand zu halten.

Die täglich Arbeit von Pflegekräften ist anstrengend und körperlich fordernd. Übersteigt die Belastung den Trainingszustand führt das zu einer Überlastung der Muskulatur.

Schweres Heben führt auf Dauer zu einer Überlastung der Muskulatur

Hinzu kommt, dass diese Anstrengungen häufig unter Zeitdruck durchgeführt werden. Dadurch werden Bewegungsabläufe unsauber ausgeführt und die Pflegekräfte verfallen beispielsweise ins Hohlkreuz oder nehmen eine andere ungünstige Körperhaltung ein. Hierbei wird vor allem die Wirbelsäule beansprucht, aber auch Schulter- und Nackenschmerzen entstehen, wenn in gebückter Haltung gearbeitet wird.

Diese Haltung findet sich nicht nur beim Pflegepersonal wieder, sondern besonders häufig in Zahnarztpraxen oder am OP-Tisch. Betroffene arbeiten in sogenannten Zwangshaltungen. Eine Zwangshaltung ist eine unnatürliche, belastende Position, die dann eingenommen wird, wenn die Umstände auf der Arbeit nur eine Körperhaltung mit geringen Bewegungsmöglichkeiten bieten und das für eine längere Zeit.

Dabei werden einige wenige Muskelpartien über einen längeren Zeitraum zu stark belastet, während andere Muskeln unterfordert sind. Muskeln benötigen Anreize in Form von anderweitiger Bewegung. Es sollte also Ausgleichssport betrieben werden, ein regelmäßiger Tätigkeitswechsel erfolgen oder ein Positionswechsel vorgenommen werden.

Besonders häufig sind Zwangshaltungen wie

  • Arbeiten über dem Schulterniveau,
  • Knien, Hocken, Liegen, Kriechen,
  • dauerhaftes, abwechslungsarmes Stehen oder Sitzen,
  • Arbeiten mit verdrehtem Rücken und
  • Arbeiten mit vorgebeugtem Kopf.

Wie stark wir uns körperlich belasten können, hängt von unserem persönlichen Trainingszustand ab. Das Selbe lässt sich auch über die Psyche sagen. Jeder Mensch hat einen anderen wunden Punkt und geht anders mit Verlusten, Streit oder Zeitdruck um. Im Pflegeberuf, aber auch in anderen Berufen des Bereichs Gesundheit, kommen viele dieser Aspekte zusammen.

Wie bereits erwähnt, werden aufgrund des Zeitdrucks Bewegungsabläufe schnell ausgeführt, weshalb es zu Rückenschmerzen kommen kann. Der Termin- und Leistungsdruck hat weitere, weitreichende Folgen. Betroffene befinden sich in einem dauerhaften Zustand des Stresses, da sie von der einen Aufgabe zur nächsten hetzen.

In einer Befragung wurde deutlich, dass viele Pflegekräfte dadurch das Gefühl haben, ihrer Arbeit nicht gerecht zu werden. Man möchte sich Zeit für die Patienten nehmen, schafft das zeitlich meist nicht und fühlt sich am Ende des Tages ausgelaugt und als hätte man zu wenig geleistet. Dieses Gefühlt bedeutet Stress und es spannen sich der Nacken- und Schulterbereich an, ohne dass dies Betroffenen bewusst ist.

Der Dauerstress wird durch den Mangel an Pausen und den unregelmäßigen Arbeitszeiten in vielen Pflegeberufen verschlimmert. Betroffene berichten davon, dass sie sich nicht auf geregelte Arbeitszeiten verlassen können und nur im geringen Maße entscheiden können, wann sie im Dienstplan eingeteilt werden. Das macht eine gesunde Work-Life-Balance unmöglich. Auf diese Weise ist es um so schwerer, sich vom Zeitdruck auf der Arbeit zu erholen.

Dazu kommt die Schichtarbeit, also die wechselnde Arbeit am Tag, Abend, in der Nacht und auch an Wochenenden oder Feiertagen. Dabei wird besonders der Schlafrythmus beeinträchtigt und durcheinander gebracht. Menschen sind keine nachtaktiven Wesen, sondern brauchen Sonnenlicht für ein gesundes Leben, wie beispielsweise den Knochenaufbau.

Schichtarbeiter geben überdurchschnittlich oft an. dass diese belastend ist.

Schichtarbeit ist eine starke Belastung für den Körper und die Psyche

Hinzu kommt die psychische Belastung, die entsteht, wenn man durch die wechselnden Arbeitszeiten nur wenig Kontakt zu Freunden oder Familie haben kann. Beinahe 50% der Personen, die in Schichtarbeit arbeiten, geben an, dass eine Belastung vorhanden ist. Das Selbe gilt für die Personen, die immer nachts arbeiten. Dieses System macht eine Erholung von der körperlich anstrengenden Arbeit um so schwerer.

Wir brauchen unseren Schlaf zur Regeneration und Entlastung des Stützapparats, der uns tagsüber aufrecht hält. Auf psychischer Ebene macht die Schichtarbeit das Leben weniger planbar, sodass man seine Freizeit nicht nutzen kann.

Zu guter Letzt darf neben den organisatorischen Aspekten nicht vergessen werden, dass die Pflege ein Beruf von Menschen für Menschen ist. Es treffen also verschiedene Individuen aufeinander, die alle ihre eigenen Meinungen, Ideen und Vorstellungen haben. Das gilt sowohl für Kollegen, Vorgesetzte, als auch für Patienten. Dabei bleiben zwischenmenschliche Konflikte nicht aus.

Kommt zu diesem Aspekt der Zeitdruck hinzu, bleibt für die Klärung der Konflikte nur selten eine Gelegenheit. Das bedeutet nicht nur Stress, sondern auch eine Anspannung, die sich auf den weiteren Arbeitsalltag auswirken kann. In einer Studie gaben viele Betroffene Pflegekräfte an, ihre Gefühle verbergen zu müssen, da für eine emotionale Auseinandersetzung keine Zeit bleibt.

Neben den Streitigkeiten kommt hinzu, dass besonders in Altenheimen oder Krankenhäusern Verluste keine Seltenheit sind. Dies kann zu einer großen Belastung werden, wenn Menschen keine Möglichkeit zum Austausch geboten wird.

Nimmt man all diese Aspekte, wird schnell deutlich, weshalb gerade psychosomatische Rückenschmerzen in der Pflege häufig entstehen. Sowohl Stress, als auch körperliche Belastung sind Alltag. Viele der stressauslösenden Faktoren lassen sich als Einzelperson nur bedingt beseitigen.

Spezifische Rückenschmerzen

Aufgrund dieser Risikofaktoren im Beruf können auch spezifischen Rückenschmerzen entstehen. Diese lassen sich auf konkrete Auslöser zurückführen. Besonders häufig kommt es dabei zum Bandscheibenvorfall. Ein Bandscheibenvorfall äußert sich in Form eines stechenden Schmerzes und kommt durch eine Überbelastung der Bandscheiben zustande.

Vor allem stellt schweres Heben und Tragen eine Belastung für die Bandscheiben dar, wenn die Lasten zu schwer sind, oder eine falsche Körperhaltung eingenommen wurde. Meist sind davon Patienten im Altern von 30 – 50 Jahren betroffen. Die Bandscheiben sind die weichen Polsterungen zwischen den harten Wirbelknochen. Bekommt die Bandscheibe nun Risse, tritt ihr innerer, flüssiger Kern aus und man spricht von einem Bandscheibenvorfall.

Wenn der Fasserring geschwächt ist oder bricht drückt die sich in der Bandscheibe befindliche gallertartige Flüssigkeit auf einen Spinalnerv, der dann starke einschießende Schmerzen auslöst.

Ausgetretene gallertartige Flüssigkeit der Bandscheibe, die auf Spinalnerv drückt

Dabei sind am häufigsten die Lendenwirbel betroffen, was sich in Form von Schmerzen im unteren Rücken äußert. Man spricht vom Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS). Auch die Hals- und die Brustwirbel können betroffen sein, jedoch leiden ca. 90% der Patienten an LWS. Der Schmerz im unteren Rücken, der dadurch entsteht, entspringt zwar der gerissenen Bandscheibe, strahlt jedoch schnell aus. Bis in Arme und Beine verspüren Patienten Schmerzen, dabei ist das Krankheitsbild bei jedem sehr individuell.

Auch muskuloskelettale Erkrankungen sind ein wichtiger Aspekt in Pflege Berufen. Dieser Begriff meint sämtliche Verletzungen, Erkrankungen und Beschwerden am Haltungs- und Bewegungsapparat. Damit sind sowohl die Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder gemeint, die den Körper zusammen und aufrecht halten. Sie zählen weltweit zu den führenden Ursachen von chronischen Schmerzen, Funktionseinschränkungen und somit zu einem Verlust an Lebensqualität.

Chronische Schmerzen treten besonders im Alter auf, Rückenschmerzen im Allgemeinen sind jedoch keine Alterserscheinung, sondern können auch in jungen Jahren auftreten. Besonders häufige muskuloskelettale Erkrankungen sind Arthrose, Rheumatoide Arthritis und Osteoporose. Rückenschmerzen und Krankheiten wie diese führen in manchen fällen sogar zur Berufsunfähigkeit und tragen zu dem hohen Krankenstand in der Pflege bei.

Weitere Krankheiten und Begleiterscheinungen

Neben dem Risiko für Rückenschmerzen haben Personen in der Pflege auch ein erhöhtes Risiko für Gelenk- und Hüftbeschwerden. Außerdem ist auch das Risiko für psychische Erkrankungen beim Pflegepersonal erhöht, da Druck, ein schwankender Schlafrythmus und auch Verluste mit dem Beruf einher gehen.

Diese Aspekte beeinflussen den Hormonhaushalt von Betroffenen. Hormonelle Veränderungen haben weitreichende Folgen für die menschliche Gesundheit im Allgemeinen. So kann ein Schlafmangel und Unzufriedenheit aufgrund von Nachtschichten oder Schichtarbeit einen Mangel an Serotonin hervor rufen. Dies ist das sogenannte „ Glückshormon“. Ein Mangel dieses Hormons begünstigt die Entstehung von Depressionen. Hinzu kommt je nach der eigenen und familiären Vorgeschichte eine gewisse Anfälligkeit für die Entstehung psychischer Erkrankungen.


3. Tipps und Behandlungsmöglichkeiten

Sport ist wichtig, um den Trainingszustand zu erhöhen. Auf diese Weise können Betroffene besser mit Belastungen umgehen und Rückenschmerzen vorbeugen. Um den Rücken zu stärken, ist ein Training des Oberkörpers sehr wichtig. Besonders Frauen vergessen diesen Bereich des Öfteren, dabei ist gerade die Bauch- und Rückenmuskulatur essenziell für eine gesunde Körperhaltung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Training der Schultern und Arme und eine Erhöhung der allgemeinen körperlichen Fitness.

Neben dem Training darf auch die Dehnung nicht vernachlässigt werden. Besonders nach starker Belastung sollten die Muskeln, aber auch die Sehnen und Bänder gedehnt werden. Am besten erfolgt dies in den Pausen oder nach der Arbeit. Eine tägliche Dehnung von 10 Minuten kann dabei bereits Wunder zur Vorbeugung von Rückenschmerzen wirken.

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Sowohl für die Dehnung, als auch das Training ist die Motivation ein wichtiger Faktor. Besonders nach einem körperlich anstrengenden Arbeitstag ist es verständlich, dass die meisten Berufstätigen lieber auf der Couch entspannen, als Sport zu machen. Die Motivation hierfür kann erhöht werden, indem man Kollegen dabei mit einbezieht. Dies können einige Übungen gemeinsam vor Schichtbeginn oder zum Feierabend sein oder die Verabredung das selbe Youtube-Workout zu machen oder einen Tanzkurs zu besuchen. 

Motivation und Konsistenz sind wichtige Faktoren beim Erfolg Deines Vorhabens. Dafür solltest Du die optimale Sportart für Dich finden, damit Du Spaß dabei hast. Dies kann das Fitnessstudio sein, wobei Du dir während des Trainings Podcasts und Hörbücher anhören kannst, Du besuchst Kurse, meldest dich bei einem Verein an oder treibst unverbindlich von zuhause aus Sport.

Ein weiterer Aspekt, den jeder selbst an seiner Arbeitsweise verändern kann, ist das korrekte Heben und Tragen. Dabei soll darauf geachtet werden, Lasten auf beiden Seiten gleichmäßig zu verteilen. So werden einseitige Schmerzen oder Schäden vermieden. Des Weiteren sollen Lasten dicht am Körper getragen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kommunikation mit Kollegen. Schwere Lasten sollen nicht alleine getragen werden, sondern zu zweit. Was für den Einzelnen schwer ist, muss mit den Kollegen kommuniziert werden, damit es im Arbeitsprozess nicht zu Missverständnissen kommt.

Das stärken der Muskulatur, richtigem Sitzen, schonendem Heben sowie Tragen, Sport und Entspannung beugt einem Bandscheibenvorfall vor.

Rückenschmerzen durch Haltung und Bewegung vorgebeugen

Besonders das falsche Anheben von schweren Lasten kann dem Rücken schaden. Um Rückenschmerzen durch Verheben zu vermeiden, soll aus der Hocke heraus mit geradem Rücken gearbeitet werden. Auf diese Weise übernehmen die Beine einen Teil des Gewichts und vor allem die Bandscheiben werden geschont.

Dabei ist es natürlich optimal, die Einrichtung rückenfreundlich zu gestalten. Dies liegt nicht unbedingt in der Hand des Einzelnen, ist jedoch eine Teambesprechung wert, denn bei all den Tipps bezüglich der Arbeitnehmer darf nicht vergessen werden, dass es vor allem in der Verantwortung des Arbeitgebers liegt, Arbeitsplätze menschengerecht zu gestalten.

Dazu sollten zum einen schwere Gegenstände des täglichen Gebrauchs so gelagert werden, dass ein Bücken nicht erforderlich ist. Außerdem können Strategien entwickelt werden, wie man Heben und Tragen generell vermeiden kann, beispielsweise durch Möbel, die gerollt oder gezogen werden können. Die Einrichtung sollte also möglichst ergonomisch sein, beispielsweise durch einen federnden Gummiboden, in Bereichen, wo lange Steharbeit erforderlich ist.

Um Druck und Unzufriedenheit unter den Beschäftigten zu vermeiden, ist die Gestaltung des Arbeitsplans sehr wichtig und sollte möglichst Hand in Hand mit den Beteiligten organisiert werden. Auf diese Weise wissen Betroffene was auf sie zu kommt, wie sie ihre Freizeit und das Familienleben gestalten können und laufen nicht in Gefahr, ständig zu ungünstigen Zeiten zu arbeiten.

Ein Dienstplan sollte möglichst verlässlich sein und die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen vorsehen. Auf diese Weise erhalten Pflegekräfte mehr Ordnung und Struktur, was ihnen einen Teil des täglichen Stresses nehmen könnte.

Auch bezüglich der Art der verrichteten Tätigkeiten sollte ein geregelter Wechsel stattfinden. Weder langes, bewegungsarmes Stehen noch Sitzen oder eine starke Belastung durch zu viel Bewegung sind gesund. Stattdessen ist ein reger Wechsel optimal.

Dies bedarf je nach Einrichtung eine weitreichende Umstrukturierung des Arbeitsalltags, aber Experten empfehlen sitzende, stehende und bewegungsreiche Tätigkeiten in Rotation mit anderen Kollegen durchzuführen. Auf diese Weise kann eine gesunde Körperhaltung optimal gefördert werden und Rückenschmerzen wird vorgebeugt.

Der offene Umgang mit Fehlern unterstützt die Verbesserung sämtlicher Abläufe und reduziert Stress und psychische Belastung

Eine positive Fehlerkultur reduziert Stress und die psychische Belastung

Zu guter Letzt darf die Pflege der Psyche nicht vergessen werden. Besonders im medizinischen Umfeld sollte eine offene Fehlerkultur herrschen. Der Begriff „Fehlerkultur“ beschriebt den Umgang in einem Betrieb oder einer Gesellschaft mit Fehlern. Werden Fehler erkannt und besprochen oder unter den Teppich gekehrt?

Besonders in Krankenhäusern ist dies ein wichtiges Thema, da es noch immer Konflikte bezüglich der Hierarchie gibt. Werden Fehler nicht angesprochen, verbessert sich der Arbeitsprozess nicht. Diese Mentalität kommt in der Regel von der Führung des Betriebs. Eine offene Fehlerkultur sollte also durch Führungspersonen etabliert werden.

Führungskräfte oder Leitungen sollte Kommunikation und Offenheit in Besprechungen anregen und Rückmeldungen ermöglichen. Auf diese Weise wird der Arbeitsalltag auf vielfältige Weise bereichert. Durch die Offenheit wird dem Personal Stress genommen, was psychische Erkrankungen beim Pflegepersonal vermeidet.

Besonders heiklen Themen wie Verlust sollte ebenso ein Raum gegeben werden. Gespräche dieser Art können unter Kollegen statt finden, aber auch in einem professionellen Rahmen mit Hilfe von Supervision. Dies ist eine spezielle Vorgehenswiese zur Klärung von Konflikten und Problemen innerhalb eines Teams oder Abteilung. Dies kann mehr oder weniger therapeutisch sein, ist aber in jedem Fall eine Möglichkeit über belastende Erlebnisse zu reden.

Bezüglich all der angesprochenen Aspekte gibt es ein weitreichendes Angebot an Weiterbildungen für Pflegekräfte und medizinisches Personal. Besonders zu Themen wie richtiges Heben, Sportübungen und dem Umgang mit psychischer Belastung werden Seminare mit einem hohen Mehrwert durchgeführt.


4. Alternative Medizin und Behandlungsmethoden

Auch die Alternative Medizin erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit bei der Behandlung von Rückenschmerzen. Darunter zählen Akupressur, Aromatherapie, Entspannungsverfahren und vieles mehr. Wie der Name schon sagt sind es Alternativen zur Schulmedizin. Ihre Wirksamkeit wurde mittlerweile in vielen Studien nachgewiesen.

Massagen

Für eine langanhaltende Befreiung von Rückenschmerzen hilft meist nur Sport in Kombination mit betrieblichen Veränderungen. Diese positiven Aspekte können mit Hilfe von Massagen verstärkt werden. Massagen regen die Durchblutung des Gewebes an, lösen Muskelverspannungen und tragen zu einer tiefen Entspannung bei. Das gilt nicht nur für professionelle Massagen, sondern auch für entspannte Momente mit dem Partner oder anderen Vertrauten.

Hierbei gibt es eine Vielzahl an Angeboten mit besonders heilenden Eigenschaften wie Honig-, Ayurveda- oder Hot Stone-Massagen. Dabei sollten besonders die beiden letzten Varianten von einem Profi durchgeführt werden, um die körperlich heilenden Eigenschaften zu maximieren und Rückenschmerzen vorzubeugen.

Akupressurmatte

Bei der Akupressur wird Druck auf bestimmte Punkte ausgeübt. Dies stimuliert die Durchblutung des Gewebes, die Lymphzirkulation und außerdem werden Botenstoffe ausgeschüttet. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Einfluss der Körperenergie sehr hoch geschätzt. Diese fließt durch den menschlichen Körper auf Bahnen, den so genannten Meridianen. Mit Hilfe von Druck wird auch dieser Fluss stimuliert.

Die Behandlung durch Akupressur kannst Du dir auch nach Hause holen in Form einer Akupressurmatte. Die Anwendung sollte 5 bis 15 Minuten täglich dauern. Selbst das kann am Anfang sehr schmerzhaft sein, weshalb wir ein grob gewebtes Tuch mitliefern, welches die erste Zeit auf die Matte gelegt werden kann.

Akupressurmatte in Verbindung mit der Stufenlage nimmt den Druck von der Wribelsäule, hilft die Muskulatur zu entspannen und fördert die Durchblutung. Diese Kombination beschleunigt die Heilung bei einem muskulaturbedingten Hexenschuss.

Eine Akupressurmatte lindert die Schmerzen und fördert fördert die Entspannung der Muskulatur

Die Akupressurmatte hilft erwiesener Maßen bei folgenden Beschwerden:

  • Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen sowie Triggerpunkten in den Bereichen des Rückens, Nackens, Halses und der Schultern
  • Akuter, subakuter, unspezifischer Schmerz der örtlich begrenzt ist
  • Vorbeugen chronischer Schmerzen
  • Chronische Schmerzen äußerer Nerven
  • Hyperalgesie bzw. Allodynie (Überempfindlichkeit bei Schmerzen)
  • Dauerstress

Systemische Erkrankungen der Wirbelsäule oder gequetschte Nerven können nicht durch eine Nadelreiztherapie geheilt werden. Sie kann aber die daraus entstehenden Symptome lindern und die Heilung unterstützen.

Gitterpflaster

Gitterpflaster sind eine weitere Form der alternativen Behandlungsmethoden. Sie bestehen aus Stoff und einem hautfreundlichen Acrylatkleber. In dem Tape sind keine Medikamente enthalten. Stattdessen ist das Gitterpflaster elektrostatisch aufgeladen und wirkt wie ein Akupunkturpflaster. Die Anwendung erfolgt schnell und einfach, und eignet sich deshalb auch für Laien, ohne medizinische Ausbildung.

Gitterpflaster eignen sich zur Behandlung von verschiedensten Beschwerden.

Überblick der häufigsten Anwendungsbeispiele

Auch mit diesem Produkt werden Druckpunkte im Körper betätigt. Es gilt den Fluss der Energie, wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dadurch werden Glückshormone ausgeschüttet und somit die körpereigene Apotheke angeregt.

Viele PatientInnen neigen bei Rückenschmerzen dazu, viele Schmerzmittel einzunehmen. Um diese Einnahme zu verringern, können Gitterpflaster eingesetzt werden, um leichte bis mittlere Schmerzen zu behandeln.

Gitterpflaster helfen auch bei vielen weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen. Besonders auf der Arbeit sind Gitterpflaster ein verlässlicher Begleiter. Je nach Farbwahl sind die Pflaster unauffällig und können auch während der Arbeit angebracht werden, wenn man mal wieder merkt, dass es schmerzt.

Wärmetherapie

Die Wärmetherapie ist ein einfaches und schnell wirkendes Hausmittel zur Linderung von Rückenschmerzen. Wärmepflaster sind ein unauffälliges Mittel zur Linderung von Rückenschmerzen. Sie lassen sich jeder Zeit bequem unter der Kleidung anbringen und versprechen eine augenblickliche Schmerzlinderung. Mit diesen Mitteln kann eine Einnahme von Schmerzmitteln reduziert werden, was langfristig zu deiner Gesundheit beiträgt.

Auch Zuhause kannst du deine Rückenschmerzen auf diese Weise behandeln indem du beispielsweise ein Körnerkissen in der Mikrowelle erwärmst. Für den optimalen Entspannungsfaktor neben der Linderung deiner Rückenschmerzen, ist auch der regelmäßige Gang in die Sauna empfehlenswert.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Egal, ob auf der Baustelle, auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann überall eingesetzt werden, wo sich ein Zeitfenster von ein paar Minuten ergibt.

Am besten wendet man die die PME im Liegen an mit den Handflächen nach oben, den Füßen hüftbreit und die Zehen natürlich leicht nach außen gedreht.

Die perfekte Liegeposition für die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Progressive Muskelentspannung, kurz PME, nach Edmund Jacobson ist ein Entspannungsverfahren. Es ist auch unter folgenden Begriffen bekannt:

  • Progressive Muskelrelaxation (PMR),
  • progressive Relaxation (PR),
  • Tiefenmuskelentspannung.

Sie wird hauptsächlich bei Stress und Verspannungen eingesetzt und kann sehr schnell erlernt werden. Nach ein wenig Übung ist man in der Lage innerhalb von wenigen Minuten eine Tiefenentspannung zu erreichen.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Die Naturheilkunde liefert ebenfalls Möglichkeiten durch spezielle Salben und die Einnahme von homöopathischen Kügelchen die Muskulatur und sich geistig zu entspannen. Empfohlen werden an dieser Stelle

  • Beinweil,
  • Kampfer,
  • Arnika,
  • Bockshornklee und Damiana.

Der Einsatz von ätherischen Ölen für eine Aromatherapie wirkt entspannend, belebend und schmerzlindernd. Speziell Rosmarien hilft bei einer verspannten Muskulatur. Lavendel und Muskatellersalbei sind bekannt für ihr entspannende Wirkung und lösen somit stressbedingte Muskelverspannungen in dem der Muskeltonus (Anspannungsgrad) reduziert wird. Ergänzend dazu kann Johanniskrautöl (Mazerat) eingerieben werden, auch dieses löst Verspannungen.

Schüssler Salze

Schüssler Salze wie das Schüssler Salz Nr. 7 - Magnesium Phosphoricum wirkt schmerzlindernd und entspannend. Es ist darauf zu achten, dass eine Übersäuerung im Körper nicht vorhanden ist, da dies zu einer Demineralisierung der Knochensubstanz führen kann. Um dem entgegen zu wirken sollte zusätzlich das Schüssler Salz Nr. 9 Natrium Phosphoricum eingenommen werden.

Wer während der Einnahme sicher gehen will, dass der pH-Wert im Körper nicht fällt kann dies mittels Urinproben selbst ermitteln. In der Apotheke gibt es dafür Teststreifen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass man den Wert über mehrer Tage zur gleichen Uhrzeit feststellen sollte, da dieser nach Tageszeit und Trinkmenge schwankt.

Orthopädisches Schlafkissen

Beim schweren Heben und Tragen wird zum einen der Rücken, aber auch der Nacken und die Schulterpartie belastet. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese Gegend zu entlasten. Solltest du mit einem schmerzenden Nacken aufwachen, kann das daran liegen, dass du mit dem falschen Kissen schläfst. Das optimale Kissen ist weder zu hart, noch zu weich und bietet deinem Nacken die Entlastung, die er benötigt.

Den ganzen Tag steht die Nackenmuskulatur unter Spannung und sollte sich bei Nacht erholen und regenerieren können. Mit dem falschen Kissen wird deine Wirbelsäule nicht in ihrer geraden Haltung unterstützt, sondern knickt ab.

Die Nackenmuskulatur kann sich nicht entspannen und es entsteht ein Schmerz beim Aufwachen. Das Selbe gilt für den Rücken, wenn du auf einer Matratze schläfst, die nicht für deinen Körperbau geeignet ist. Hinzu kommt, dass man sich beim Aufwachen nicht erholt fühlt. Für einen produktiven Arbeitstag ist Erholung essenziell, weshalb du dir Gedanken über die Wahl deines Kissens machen solltest.

Wenn Du wissen willst, was das perfekte Kissen ausmacht, dann klicke hier.

Infobox für Ursachenartikel für die BACKLAxx-Kissen - "Wie Du durch BACKLAxx mit mehr Energie in den Tag startest"

5. Zusammenfassung

Pflegekräfte sind einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt, sowohl psychischer, als auch körperlicher Natur. Dies liegt zum einen am schweren Heben, der Schichtarbeit, dem Zeitdruck und dem Umgang mit Verlusten. Dem entgegen zu wirken, geht zum einen durch Sport und Dehnung, aber auch eine offene Fehlerkultur sollte in den Betrieben etabliert werden. Darüber hinaus wirken alternative Behandlungsmethoden unterstützend im Heilungsprozess.


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