Psychosomatische Erkrankungen und Rückenschmerzen | backlaxx®

Psychosomatische Erkrankungen

Die psychosomatischen Einflüsse werden bei der Therapie von Rückenschmerzen immer wichtiger. Besonders Stress, Angst und Depressionen können langfristig gesehen zu chronischen Rückenleiden führen wenn nichts dagegen unternommen wird. Erfahre wie Rückenleiden und die Psyche zusammenhängen.
Die psychosomatischen Einflüsse auf Rückenschmerzen sind meist unterschätzt und werden selten damit in Verbindung gebracht. Besonders die Faktoren Stress oder Depressionen können langfristig gesehen zu chronischen Rückenleiden führen.

  Lesedauer: 4 min  - je Ursache ca. 1 min

by Roland Späht | 16.04.2018

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Die psychosomatischen Einflüsse auf Rückenschmerzen sind meist unterschätzt und werden selten damit in Verbindung gebracht. Besonders die Faktoren Stress oder Depressionen können langfristig gesehen zu chronischen Rückenleiden führen. Klicke auf den Bildlink, der führt Dich zu einem vollständigen Artikel der Erkrankung.


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2. Stress und Ängste

Stress und Ängste haben einen direkten Einfluss auf unsere körperlichen Reaktionen. Stress trifft häufig "Perfektionisten", denn diese reagieren mit Stress auf hohe Arbeitslast und neue Herausforderungen im beruflichen Alltag. Der Körper zeigt dann im muskulären Bereich einen höheren Anspannungsgrad, durch eine kettenreaktionsartige Ausschüttung von Hormonen (CRH, ACTH, Cortisol, Cortison, Adrenalin und Noradrenalin).

Durch eine kettenreaktionsartige Ausschüttung von Hormonen (CRH, ACTH, Cortisol, Cortison, Adrenalin und Noradrenalin) erhöht sich der Anspannungsgrad der Muskulatur was auf Dauer Muskelverspannungen führt.

Ursprünglich waren diese dafür da um Energiereserven in Notsituationen freizusetzen was auch eine Anspannung der Muskulatur zu Folge hat. Wenn dieser Zustand dann mehrere Stunden anhält führt dies nach einem langen Arbeitstag unweigerlich zu Nacken- und/oder Rückenschmerzen. Wird dieser Zustand über einen längeren Zeitraum nicht verlassen und nichts gegen die Verspannungen unternommen, können Verhärtungen der Muskulatur entstehen.

Dies wiederum kann zu eingeklemmten Nerven führen und dann zu Schmerzen. Auf Dauer kann das zu Veränderungen dieser Nerven führen, es entsteht ein Schmerzgedächtnis und somit ein chronisches Leiden.

Ängste führen ebenfalls zu dieser Kettenreaktion von Hormonausschüttungen und haben dann natürlich den gleichen Effekt wie oben bereits beschrieben. Zu diesen Ängsten gehören Denkmuster wie 

  • "fear-avoidence-beliefs" (Angst, dass Bewegung zu Schmerzen führt)
  • "endurance beliefs" (trotz Schmerzen durchhalten zu müssen) oder das
  • Katastrophisieren (überzogene innere Einstellung vom Eintreffen negativer Ereignisse)

die einen großen Einfluss auf die Entstehung von chronischen, psychosomatischen Rückenbeschwerden haben.


3. Depressionen

Eine Depression beschreibt einen Zustand gedrückter Stimmung, sich wiederholende negative Gedanken und Antriebslosigkeit. Hinzu kommen oft

Der pychische Zustand von Schmerzpatienten nimmt in den letzten Jahren einen immer wichtiger Stellenwert bei der Behandlung ein. Depressionen führen zu einer Abwärtsspirale die die Entstehung von chronischen Rückenschmerzen stark beeinflusst.
  • Interessensverlust,
  • Freudlosigkeit,
  • Aufmerksamkeitsstörungen,
  • vermindertes Selbstwertgefühl,
  • Schuldgefühle,
  • Schlafstörungen,
  • Erschöpfungszustände,
  • Appetitlosigkeit.

In Deutschland schätzt die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) die Anzahl der unter Depressionen leidenden Menschen auf 4,1 Millionen, das entspricht ca. 5,2% der Bevölkerung. Dabei sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer, die Zahl der Jugendlichen steigt stetig an und auch ältere Menschen leiden überproportional daran.

Die häufigsten Ursachen, die eine Depression auslösen können sind:

  • Hormonelle Dysbalancen
  • Stress, Überlastung
  • Verluste von nahestehenden Menschen, dem Arbeitsplatz, etc.
  • Traumatische Erlebnisse
  • Medikamente und Drogenmissbrauch

Diese Erkrankung führt dazu, dass sie bestehende Rückenleiden verstärken und die Betroffenen keinen Antrieb haben um sich aktiv um eine Besserung bemühen können. Es entsteht eine Abwärtsspirale die zu chronischen Schmerzen führen kann.


4. Somatisierung

Somatisierung auch somatoforme Störung genannt ist die Neigung sich körperlich unwohl zu fühlen. Dies hat zur Folge, dass Beschwerden wahrgenommen werden, die keiner Ursachen zugeschrieben werden können. Dabei entsteht beim Betroffenen die feste Überzeugung, dass ein echtes körperliches Leiden vorliegt und eine psychische Erkrankung als Diagnose nicht akzeptiert wird.

Bei einer somatorischen Störung entsteht beim Betroffenen die feste Überzeugung, dass ein echtes körperliches Leiden vorliegt und eine psychische Erkrankung als Diagnose nicht akzeptiert wird.

Bei der somatoformen Störung werden verschiedene Formen unterschieden, dazu gehören die

  • Somatoforme Schmerzstörung,
  • die Hypochondrische Störung und die
  • Somatisierungsstörung

Dabei können die Symptome am ganzen Körper in unterschiedlichster Ausprägung vorhanden sein. Speziell im Bereich der Muskeln und Gelenke sind Schmerzen in den Armen, Beinen und Rücken auftretende Beschwerden.

Die Ursachen einer Somatisierung sind komplex und empirisch nicht belegt. Es wird vermutet, dass ein Zusammenspiel psychischer, biologischer und sozialer Faktoren die Auslöser sein können. Vor allem 

  • dauerhafter Stress, Überforderung,
  • Angstzustände,
  • verstärktes "in sich hineinhören" und 
  • Unzufriedenheit.

führen dazu.

Eine somatoforme Störung bringt entweder Schmerzen mit sich oder sie verursacht einen stetigen hohen Anspannungsgrad im Körper. Diese Anspannung führt zu muskulären Verspannungen/Verhärtungen, die dann körperliche Beschwerden zur Folge haben.

Wichtig!

Psychosomatische Erkrankungen und soziale Faktoren werden bei der Behandlung von Rückenschmerzen immer wichtiger. Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Psyche einen sehr starken Einfluss, vor allem auf die Chronifizierung von Schmerzen hat.