Wärmetherapie – Die schnelle Hilfe bei Schmerzen | backlaxx®

Wärmetherapie – Die schnelle Hilfe

Die Wärmetherapie ist ein lange bekanntes und schnell wirkendes Hausmittel. Bereits ein heißes Bad kann bei Rückenschmerzen eine schnelle Linderung herbei führen. Erfahre in diesem Artikel welche Möglichkeiten der Wärmetherapie es gibt und wie man sie anwendet.
Die eingesetzte Wärme bei der Thermotherapie fördert eine tiefe Entspannung der Muskulatur und unterbindet die Signale der nervalen Rezeptoren an das Gehirn. Ein weiterer Effekt ist die Stressreduktion.

  Lesedauer: 15 min

by Marie Luise Zentner | 01.09.2019

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Wärmetherapie - Die schnelle Hilfe

Was tun, wenn du mal wieder unter Rückenschmerzen leidest? Deine Muskeln schmerzen, du bist verspannt und dies wirkt sich negativ auf deinen Rücken und letztendlich auf dein allgemeines Wohlbefinden aus. Wir haben eine einfache und schnelle Lösung für dich, die Wärmetherapie! Solltest du gerne auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen und auf eine sofortige Linderung deiner Schmerzen hoffen, dann ist die Wärmetherapie genau die richtige Entspannungsmethode für dich.

Kurz gesagt: die Wärmetherapie ist in jeder Situation anwendbar und hilft dir durch die angenehme Erwärmung schmerzender Regionen deinen Alltag zu bewältigen.

1. Zuerst lesen!

Die Wärmetherapie ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, seine Rückenschmerzen aufgrund von muskulären oder faszialen Problemen zu lindern.

Was erfährst du in diesem Artikel?

Wir möchten Dir an dieser Stelle Möglichkeiten aufzeigen, wie Du von zu Hause mittels Wärmeanwendungen deine Muskulatur entspannen kannst.

Wie ist dieser Artikel zu lesen?

Rückenschmerzen aufgrund harter  und verspannter Muskulatur? Du suchst eine schnelle Hilfe?

​​Du möchtest wissen welche Wärmetherapiemöglichkeiten es gibt?

  • Springe mittels des Inhaltsverzeichnisses auf den Punkt „Therapie.

2. Was bedeutet Wärmetherapie?

Die Wärmetherapie findet bereits seit langem Anwendung in der westlichen Medizin, der Naturheilkunde und der chinesischen Medizin, doch auch im alten Rom schwärmte man von den heilenden Eigenschaften von Dampfbädern und Wärmeanwendungen.

Nach der Definition wird die medizinische Wärmetherapie nur lokal an gewissen schmerzenden Punkten eingesetzt. Besonders Sportler, Menschen mit Nackenschmerzen oder chronischen Rückenschmerzen machen von Wärmeanwendungen Gebrauch.

Dabei wird sie vor allem aufgrund

  • ihrer entspannenden Wirkung auf die Muskeln und die Psyche,  
  • der Verbesserung von sowohl der Dehnbarkeit der Muskeln als auch
  • der Durchblutung und
  • der Schmerzlinderung,

präferiert.

Generell ist die Wärmetherapie jedoch kein Ersatz für ärztliche Betreuung, sondern eine begleitende positive Maßnahmen, welche besonders als Ergänzung zur Physiotherapie beliebt ist.


3. Wie wirkt die Wärmetherapie?

Eine Wärmetherapie wirkt an vielen Ansätzen und hilft somit,

  • den Allgemeinzustand zu verbessern.
  • Sie wirkt entspannend,
  • Verbessert die Durchblutung,
  • Wirkt entzündungshemmend und
  • lindert Schmerzen.

Dabei wird dem Körper nichts von außen hinzugefügt, anders als bei der Einnahme von Medikamenten. Stattdessen wird die Körpertemperatur erhöht und Prozesse, die bereits im Körper stattfinden, beschleunigt. Der Körper wird für einen begrenzten Zeitraum stark belastet, was das Immunsystem stärkt und abhärtet.

Rückenschmerzen im Allgemeinen sind häufig von psychischen Faktoren abhängig, werden durch diese verstärkt oder überhaupt erst hervorgerufen. Während der Wärmetherapie soll sich der Anwender entspannen, wohl fühlen und belebt werden. Mit kleinen Ritualen wie regelmäßigen heißen Bädern oder einer kurzen Pause der Entspannung mit einem Wärmekissen, kann ein Stück dieses Stresses genommen werden. So lockert die Wärme nicht nur die Muskeln, sondern kann auch andere Blockaden lösen.

Frau nimmt ein entspannendes Bad im Rahmen einer Wärmetherapie.

Ein heißes Bad entspannt nicht nur die Muskulatur sondern auch den Geist

Wärme entspannt nicht nur den Geist, sondern dient der Sehnen- und Muskelentspannung. Dies ist besonders bei Arthrose ein wichtiger Faktor. Bei diesem Krankheitsbild stehen die Sehnen unter Dauerbelastung, was zu einem Verschleiß führt. Hin und wieder sollten sowohl angespannte Sehnen, als auch überlastete Muskeln entspannt werden, um dem Körper eine Pause von der andauernden Belastung zu gönnen. Auf diese Weise werden verspannte Regionen auf Massagen und weitere Behandlungen vorbereitet und aufgelockert.

Wärme und der Wechsel von Kalt zu Warm regt die Durchblutung des Gewebes an. Das bedeutet, dass Sauerstoff und Nährstoffe schneller aufgenommen und transportiert werden und ihre Wirkung entfalten können. Der Stoffwechsel wird vor allem durch Wechselduschen, aber auch durch das regelmäßige Besuchen der Sauna angeregt. Die Anwender finden in dieser Behandlung nicht nur Ruhe und Entspannung, sondern trainieren ihr Immunsystem. Nicht nur die Nackenschmerzen können einpacken, sondern auch Erkältungen! Auf diese Weise tust Du etwas für Dein allgemeines Wohlbefinden.

Verspannungen, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen tun vor allem eins: sie sind unangenehm, drücken, machen miese Stimmung und tun weh. Daher ist es in gewissen Situationen im Alltag besonders wichtig eine schnelle Abhilfe gegen Schmerzen zu finden. Wärmetherapie lindert Schmerzen, denn die Rezeptoren, die den Schmerz registrieren und diese Information ans Gehirn weiter leiten,  werden durch die Wärme „abgelenkt“. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Kind, das sich während einer Impfung kneift.

Der Stich der Spritze erscheint weniger schmerzhaft, da das Kind sich durch das Kneifen von der weitaus größeren Schmerzquelle ablenkt. Ebenso bei den Verspannungen oder Rückenschmerzen, welche für einen gewissen Zeitraum aufgrund des neuen Sinneseindrucks ausgeblendet werden, da neue Informationen vom Gehirn verarbeitet werden. Die Beschwerden werden also für einen gewissen Zeitraum überschattet, oder in den Hinterkopf verdrängt. Wärmetherapie ist vor allem bei Rheuma bei vielen Patienten beliebt.

Zum rheumatischen Formenkreise gehören entzündliche Erkrankungen wie Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), degenerative Erkrankungen wie Arthrosen, nichtentzündliche und entzündliche Erkrankungen von Binde, Fett- und Muskelgewebe genannt Weichteilrheumatismus, erkrankungen der Bindegewebes (Kollagenose) und der Gefäße (Vaskulitis) Stoffwechselkrankheiten z. B. Gicht

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden im Volksmund "Rheuma" bezeichnet

Es wird deutlich, dass die Wärmetherapie an vielen Baustellen gleichzeitig arbeitet und auch als Form der Schmerztherapie verstanden werden kann. Aufgrund dieser sehr allgemeinen, aber effektiven, Wirkungsweise leistet die Wärmetherapie Hilfe bei Rückenproblemen faszialen und muskulären Ursprungs, Rheuma, Nackenschmerzen und vielen weiteren Beschwerden. Beispielsweise ist die Anwendung von Wärme bei einem Hexenschusseingeklemmten Nerven, Verspannungen oder Knochenschmerzen empfehlenswert. Auch während der Schwangerschaft ist die Behandlung von Schmerzen mit Hilfe von Wärme unbedenklich. Wärmeanwendungen sind besonders im Zusammenhang mit Physiotherapien empfehlenswert

Wichtig!

Eine Wärmetherapie sollte nicht während einer akuten Entzündung oder einer gestörten Regulierung der Körpertemperatur wie bei Fieber angewandt werden.


4. Welche Möglichkeiten gibt es?

Häufig ist im Alltag die erste Reaktion auf Rückenschmerzen der Griff zu Tabletten, da man so schnell wie möglich wieder funktionieren möchte. Das ist verständlich und häufig nicht zu vermeiden, schwächt aber auf Dauer die Nieren und schadet letztendlich der Gesundheit. Die Wärmetherapie zeigt, dass es nicht immer der Griff zu Schmerzmitteln sein muss, sondern auch Hausmittel den Alltag erleichtern.

Wärmepflaster

Als erstes mag man bei Wärmetherapie an die typischen Pflaster aus der Werbung denken. Dieser Wärmeträger ist unauffällig und somit alltagstauglich. Keimt der Schmerz mal wieder auf, kann man das Wärmepflaster an der entsprechenden Stelle anbringen und merkt sofort einen Unterschied. Diese Wärmeanwendung ist also für die Behandlung von lokalen Schmerzen geeignet und weniger für allgemeine, wechselhafte Schmerzen.

Die entspannende Wirkung von Wärme auf die Muskulatur ist bekannt und nachweislich wirksam. Wärmepflaster sind eine elegante Möglichkeit auch unterwegs seinen Muskeln etwas Gutes zu tun.

Wärme entspannt die Muskulatur, Wärmepflaster kann man unauffällig während man unterwegs ist unter der Kleidung tragen

Sowohl für Nackenschmerzen, als auch für Schulterschmerzen und Muskelschmerzen gibt es spezielle Formen, um sich der Körperpartie anzupassen. Je nach Pflaster hält die Wärme bis zu 12 Stunden. Dabei kommt es jedoch hin und wieder vor, dass das Pflaster aufgrund von Schweiß oder zum Duschen früher ausgetauscht werden muss. Jedoch muss nicht jedes Pflaster an der Haut angebracht werden, da es je nach Hersteller reicht, den Wärmeträger an der untersten Kleidungsschicht anzubringen.

Außerdem ist es wichtig, die Inhaltsstoffe des Pflasters zu beachten. Bei empfindlicher Haut solltest du darauf achten, dass dein Pflaster kein Capsaicin sondern den Wirkstoff Eisenpulver enthält. Es ist außerdem zu empfehlen eine Pause zwischen der Anwendung von Wärmpflastern an derselben Stelle zu machen.

Wärmekissen

Ähnlich wie die Pflaster wirken Wärmekissen oder Wärmflaschen, die man vielleicht aus der eigenen Kindheit kennt. Was damals die Bauchschmerzen vertrieben hat, kann in deiner jetzigen Lage ein Teil der Wärmebehandlung bei Rückenschmerzen werden. Auch Schulterschmerzen, Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen können auf diese Weise behandelt werden.

Häufig sind die traditionellen Kissen mit Reis oder anderen Körnern befüllt. Anders als die Wärmepflaster spenden sie ausschließlich Wärme und enthalten keine weiteren Zusätze. Um sie zu erwärmen, steckt man die Kissen für einige Minuten in die Mikrowelle. An dieser Variante ist besonders der Kostenaspekt überzeugend.

Die Ausgaben für dieses Produkt sind einmalig, da die Kissen wiederverwendbar sind. Ihre Wiederverwendbarkeit macht die Körnerkissen nachhaltig, da man nicht, wie bei den Pflastern, bei jeder Verwendung Müll produziert. Nachteilig an dieser Variante gegenüber den Pflastern ist jedoch, dass die Kissen in der Mikrowelle erwärmt werden müssen und sie auffälliger sind. Je nach Arbeitsplatz oder Situation, macht es diese Variante also nur für zuhause geeignet.

Heizkissen

Sich selbst erhitzende Heizkissen können als Modernisierung des traditionellen Körnerkissens gesehen werden. Mit nur einem Klick erwärmt sich der Wärmeträger und verbessert die Durchblutung im Gewebe und bewirkt eine tiefe Muskelentspannung. Die Heizkissen sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Bei Rückenschmerzen empfiehlt sich eine Matte für den Boden, oder eine Weste, die auch bei Schulter- und Nackenschmerzen vorteilhaft ist.

Das elektrische Heizkissen ist die "moderne" Variante des herkömmlichen Körnerkissens.

Universell einsetzbares Heizkissen zur Muskelentspannung

Außerdem sind kleinere Auflagen erhältlich, die nur auf den Nacken und die Schultern aufgelegt werden. Auf diese Weise kann man die Wärmeanwendung mit Heizkissen bequem in jeder Position durchführen und benötigt keine Mikrowelle wie bei den Körnerkissen. Die Wärmeträger führen bei täglicher Anwendung zu einer optimalen Muskelentspannung.



Heiße Rollen

Eine weitere Methoden der Wärmetherapie von Zuhause ist die Behandlung mit heißen Rollen oder Wickeln, die für eine tiefgehende Muskelentspannung sorgt. Dabei werden saubere Handtücher mit warmen Wasser angefeuchtet und die schmerzenden Stellen damit massiert. Diese Form von Wärmetherapie verbindet die Heilkräfte der Wärme und das Ausüben von Druck.

Häufig spielt Wärme auf dieselbe Weise in der Physiotherapie eine große Rolle. Zum Ablauf der Massage ist zu sagen, dass sie stark variiert, wobei das wichtigste Element immer die heißen Handtücher und der Druck sind. Das Tuch wird vorerst eingerollt und in heißem Wasser getränkt. Nun wird die betroffene Stelle mit der äußersten Schicht des Tuchs massiert und betupft. Sobald die erste Lage erkaltet, sollte man damit beginnen das Tuch aufzurollen. Dies wiederholt man, bis man zum inneren heißen Kern des Handtuchs gelangt.

Heiße Tücher werden häufig zur Vorbereitung einer Massage verwenden um die Muskulatur vorab zu entspannen.

Eine Massage mit heißen Tüchern ist eine ideale Kombination zur Entspannung der Muskulatur

Bei dieser Wärmeanwendung ist es besonders wichtig, auf das eigene Empfinden zu achten, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Das gleiche gilt für die Ausübung des Drucks. Die Massage sollte so intensiv sein, dass es angenehm, aber nicht zu locker oder schmerzhaft ist. Bei starken Nacken- und Muskelschmerzen ist starker Druck empfehlenswert. Die Haut sollte zum Schluss abgetrocknet werden, da sie sonst schnell abkühlt. Besonders entspannend ist es die Massage damit zu beenden, sich unter der Decke zu entspannen.

Nachteilig an dieser Variante ist jedoch, dass sie besonders bei Nacken- und Rückenschmerzen nicht alleine durchgeführt werden kann. Im Allgemeinen ist es entspannender von jemand anderem massiert zu werden. Es wird also mehr, als nur ein erwärmtes Handtuch benötigt, sondern auch ein Partner, der sich bereit erklärt, dich zu massieren.

Natürlich besteht die Möglichkeit, sich professionell in Massagestudios behandeln zu lassen, was wiederum die Kosten in die Höhe treibt. Im Allgemeinen geht die Wärmetherapie mit der Massage Hand in Hand. So werden bei Rückenschmerzen auch gerne heiße Steine während der Massage auf den richtigen Punkten platziert. Je nach eigenem Budget und ob sich ein Massagepartner findet, ist die Behandlung von Rückenschmerzen mit heißen Rollen oder anderen Massagetechniken ein Luxus zum Entspannen.

Heißes Bad / Heiße Dusche

Weitaus simpler sind dabei die kommenden Varianten. Auch eine heiße Dusche oder ein heißes Bad können nach einem stressigen Tag Wunder wirken. Ein weiterer Entspannungsfaktor kann die Zugabe von ätherischen Ölen oder natürlichen Badesalzen sein. Rückenschmerzen werden nicht nur durch Wärme, sondern auch durch psychische Entspannung gelindert. Mit der Hilfe von Kerzen, angenehmer Düfte und warmen Wasser lassen sich die Probleme des Alltags vergessen.

Auch diese Variante ist relativ zeit- und kosteneffizient. Du genießt nicht nur eine heiße Dusche, sondern tust parallel etwas für deinen Rücken. Auf durchgehend kalte Duschen solltest du bewusst verzichten sondern lieber Wechselduschen anwenden. Im Allgemeinen sind Wärme und Kälte zwei Gegenspieler, die besonders im Wechsel wirksam sind und sich ergänzen.

Der ständige Wechsel an Reizen, der auch durch Kältebehandlungen erzielt werden kann, fördert ebenfalls die Durchblutung und macht die Gefäße elastischer. Dabei sollte man bedenken, dass Wärme, Prozesse im Körper beschleunigt, während Kältebehandlungen diese verlangsamt. Aus diesem Grund solltest du Formen der Kältetherapie nie zu lange anwenden, auch nicht bei Schwellungen, Gelenkschmerzen oder akuten Verletzungen.

Auch der regelmäßige Besuch in der Sauna oder dem Dampfbad kann wie heiße Duschen und heiße Bäder Deine Verspannungen lockern. Nicht nur die Wärme löst deine Schmerzen, auch die Atmosphäre und die Pause von der Außenwelt bringt Dir Ruhe und Entspannung.

Moor-, Fango- und Kreidepackungen

Eine Wärmeanwendung, die gut mit einem heißen Bad oder einem Besuch in der Sauna verbunden werden kann, ist die Verwendung von Moor-, Fango- und Kreidepackungen. Fango ist eine Schlammmischung bestehend aus Vulkangestein aus Italien. Der Moorschlamm wird aus Torf, also nicht zersetzten organischen Resten, gewonnen.

Heilkreide lässt sich überall auf der Welt, aber auch in Deutschland auf Rügen, finden. Diese Produkte haben gemeinsam, dass sie natürlichen, mineralischen Ursprungs sind.  Die Anwendung von Schlamm in Verbindung mit Wärme ist bei jeglichen Schmerzen und besonders bei der Wärmetherapie bei Rheuma zu empfehlen, aber auch bei Erkältungen und im direkten Hautkontakt bei verschiedenen oberflächlichen Entzündungen.

Zum einen kannst du den Schlamm für eine optimale Muskelentspannung im Wasserbad auf ca. 45°C erwärmen und direkt auf der Haut auftragen oder darin ein heißes Bad nehmen. Der direkte Kontakt von Schlamm, Moor oder Fango mit der Haut ist von großem Vorteil. Der Schlamm wirkt dabei als Wärmeträger entzündungshemmend, schmerzlindernd und aktivierend.

Die Wärme öffnet die Poren der Haut und ermöglicht den Wirkstoffen des Schlamms das tiefe Eindringen in die Haut. Bei dieser Behandlungsform ist besonders angenehm, dass die Mineralien die Wärme lange speichern und langsam wieder abgeben. Auf diese Weise werden auch die tiefen Verspannungen gelöst und die Durchblutung der tiefgelegenen Muskelschichten angeregt.

Moorbäder öffnen die Hautporen, dadurch können die Wirkstoffe tief in die Haut eindringen. Somit können die enthaltenen Mineralien gespeichert und über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung entfalten.

Moorbäder lösen tiefe Verspannungen und fördern die Durchblutung tiefgelegener Hautschichten.

Die zweite Anwendungsmöglichkeit von Schlamm liegt in den Moor- oder Fangokissen. Hierbei befindet sich die Masse ein einer Kunststoffhülle, welche erwärmt und auf die schmerzenden Areale angelegt werden kann. Der Effekt ist ähnlich wie bei Körnerkissen oder Heizkissen. Fango speichert die Wärme jedoch besser und länger. Somit erreicht man bei der Anwendung von Fangopackungen tiefere Muskelschichten, da die Wärme außerdem langsam abgegeben wird.

Auf diese Weise wird die Durchblutung des Gewebes angeregt, was die Heilung und Schmerzlinderung fördert. Jedoch können sich bei der Anwendung von Moorpackungen mit undurchlässiger Hülle, die eben genannten Vorteile des direkten Hautkontakts nicht entfalten. Dessen sollte man sich beim Kauf bewusst sein.

Die Moorpackungen können mehr als ein Körnerkissen. Sie können gleichzeitig als ein Kühlpack fungieren und in der Kältebehandlung angewendet werden. Hierbei kühlt man die Fangopackung im Kühlschrank auf ca. 5°C herunter und legt es für einen Zeitraum von maximal 30 Minuten auf die schmerzende Stelle. Diese Therapieform ist vor allem bei

  • Insektenstichen,
  • Quetschungen,
  • Sportverletzungen,
  • Verbrennungen,
  • Gelenkschmerzen oder
  • Knochenbrüchen

wirksam.

Im Allgemeinen wird die Anwendung also in Situationen empfohlen, in welchen die Haut sich erwärmt, wie bei Schwellungen. Bei der Kältebehandlung sollten Kühlpackungen direkt auf entzündete Gelenke aufgelegt werden. Bei Verspannungen, Rücken-, Nacken- oder Muskelschmerzen werden von den Patienten in der Regele Wärmebehandlungen bevorzugt.

Beim Kauf von Moor-, Schlamm-, Fango- oder Kalkprodukten ist es wichtig auf die Qualität des Naturprodukts zu achten. Dabei spielt die Herkunft und die Reinheit der Kissen und Packungen eine große Rolle. Kauf am besten Schlamm aus der Region, denn der ist genauso wirksam wie importierte Ware. Außerdem sollte man die Inhaltsstoffe der Kunststoffhülle für eine effektive Wärmeanwendung beachten.

Die Faszien oder auch Muskelhaut genannt durchziehen den ganzen Körper und bilden dadurch eine Art Spannungsnetzwerk welches jeden Muskel umhüllt.

Die Faszien sind eine Art Bindegewebe welches den ganzen Körper durchzieht.

Verklebte Faszien sind ein neu entdeckter, oftmals unterschätzter Grund für Rückenschmerzen. Im Fall einer Faszienverklebung oder von Verspannungen wird zum einen zur Wärmetherapie geraten, da sie entspannt und Heilungsprozesse fördert. Man sollte dabei eine Behandlungsform wählen, die nicht punktuell, sondern am gesamten Körper ansetzt wie beispielsweise die Sauna, heiße Bäder, Wechselduschen oder das Dampfbad.

Dies lässt sich damit begründen, dass die Faszien in einer Art Netz unter der Haut angeordnet sind und Rückenschmerzen auch von verklebten Faszien in der Bauchregion stammen können. Aus diesem Grund sollte die Wärme großflächig eingesetzt werden.

Doch auch die Kältebehandlung wird bei Beschwerden mit den Faszien hinzugezogen. Manche Ärzte raten sogar von der Wärmetherapie ab. Das rührt daher, dass Wärme womöglich die erneute Verklebung von Faszien hervorrufen kann indem durch Wärme die Aktivität vom Gewebe verstärkt wird und es somit wächst oder sich regeneriert. Auf die Frage, ob bei faszialen Problemen Wärme oder Kälte empfehlenswert ist, gibt es noch keine klare Antwort, da dies ein junges Forschungsgebiet ist.

Frage in diesem Zusammenhang deshalb gerne Deinen Hausarzt um Rat.

Was ist Wärmetherapie mittels Heißluft?

Kommen wir nun zu Formen der Wärmetherapie, die vor allem in physiotherapeutischen Praxen oder im Bereich der Massage angewendet werden.

Regelmäßige, 15-30 Minuten andauernde Anwendungen mit einer Infrarotlampe lösen Verspannungen und dämpfen Schmerzen.

Mit Infrarotlampen können gezielt Körperregionen intensiv und schnell erwärmt werden

In der Wärmetherapie mittels Heißluft geht es darum, die Raumluft zu erwärmen. Das hat den Effekt, dass der Körper großflächig erwärmt wird. Dabei wird in der Regel auf eine geringe Luftfeuchtigkeit geachtet. Die klassische Sauna ist ein sogenannter Heißluftraum.

Ein weiterer Aspekt der Wärmetherapie mittels Heißluft ist die Verwendung von Infrarotlampen. Das Gewebe und die Muskulatur werden durch die Bestrahlung mit einer Infrarotlampe intensiv aufgewärmt, wie ein Küken im Brutkasten. Die Lampen haben dabei den Vorteil, dass der Patient weitaus schneller erwärmt wird, als in der Sauna und tiefere Muskelschichten erreicht werden.

Dadurch wird die Durchblutung verbessert und Schmerzen gedämpft. Die Muskeln und der Patient entspannen sich. Auf diese Weise werden Menschen mit Rückenleiden häufig auf eine intensive Massage vorbereitet. Auch Infrarotlampen für Zuhause sind von großem Vorteil, denn die Behandlung beugt auch gegen Erkältungen vor. Dabei sollte man sich ungefähr 15 bis 30 Minuten täglich der Infrarotlampe aussetzen. Nebenwirkungen sind kaum zu befürchten.


Was ist Wärmetherapie mittels Ultraschall?

In der Ultraschall Wärmetherapie erwärmt mechanische Strahlung das Gewebe tiefgehend und dringt sogar bis in die Knochen vor. Es werden Frequenzen von mehr als 20 kHz eingesetzt. Dabei werden Elektroden mit einem Gel an die lokalen Schmerzpunkte angebracht und kleine Vibrationen (mechanische Schwingungen) entfalten ihre Wirkung. So können Krämpfe gelöst, Schmerzen gelindert und Heilungsprozesse angeregt werden.

Außerdem verbessert die Strahlung die Elastizität des Bindegewebes. Sogar Medikamente können mithilfe der Ultraschall Wärmetherapie verabreicht werden, was jedoch durch einen Arzt geschehen sollte. Im Allgemeinen sieht die Medizin die Ultraschall Wärmetherapie als eine ideale Ergänzung zur Krankengymnastik oder Physiotherapie.

Wann keine Wärmetherapie?

Die Wärmetherapie ist ein geläufiges Mittel zur Verbesserung des Allgemeinzustands. Dies geschieht durch eine kurzzeitige Belastung deines Körpers durch Wärmeanwendungen. Besonders macht sich diese Schwächung direkt nach der Sauna bemerkbar: Schwindel und Müdigkeit treten auf. Doch am Ende gehst du aus dieser Behandlung gestärkt hervor und härtest dein Immunsystem ab.

Auch hierbei gibt es Ausnahmen. Menschen mit starken Kreislaufproblemen oder belasteten Gefäßen könnten sogar in der Sauna ohnmächtig werden. Ein bereits geschwächtes Immunsystem sollte nicht noch zusätzlich strapaziert werden, denn es hat ohnehin schon genug zu kämpfen. Besonders Menschen mit einem schwachen Herzen sollten sich von Wechselduschen oder der heißen Sauna fernhalten. Der Kontrast aus Warm und Kalt könnte zu einer Verkrampfung des Herzmuskels führen.

Saunagägne und Wechselduschen belasten das Herz-Kreislaufsystem.

Bei Kreislaufproblemen sollten auf Saunagänge und Wechselduschen verzichten.

Auch bei Asthma, Kurzatmigkeit oder anderen Atemwegserkrankungen sollten Dampfbäder vermieden werden, da diese häufig aromatische Zusätze enthalten und das Atmen erschweren. Dasselbe gilt bei Fieber und Erkältungen, da das Immunsystem stark angeschlagen ist. Die eben genannten Risikogruppen beziehen sich vor allem auf eine Erwärmung des gesamten Körpers wie in der Sauna.

Im Gegensatz dazu sind Wärmekissen weniger intensiv und in der Regel unbedenklich. Bei einer Erkältung kann ein auf die Brust gelegtes Wärmekissen sogar hilfreich sein. Bei Entzündungen und offenen Wunden wird dagegen von jeglicher Wärme abgeraten. Auf diese Weise verbreiten sich in Wunden Keime schneller und Schwellungen klingen nicht ab.

Dir ist bestimmt schon mal aufgefallen, dass Wunden, Schwellungen oder Entzündungen sich selbst erwärmen. In Fällen, in denen der Körper oder betroffene Stellen sich erhitzen, wird stattdessen Kältebehandlung empfohlen. Darunter fallen auch Insektenstiche.

Wichtig!

Du solltest dennoch niemals das Eis oder die Kühlpackung direkt auf die Haut legen, sondern in ein Tuch einwickeln, denn sonst wird das Gewebe zu kalt, nur minimal durchblutet und stirbt eventuell ab.

Um eventuelle Irrtümer zu vermeiden, solltest du die Wärme nie direkt auf die Gelenke anwenden. Eine Ausnahme stellt die Anwendung von der Rotlicht- und der Ultraschalltherapie dar, denn diese Formen der Wärmetherapie sind auch während Entzündungen unbedenklich.

Auf die Risikogruppe der Diabetiker muss ein besonderes Augenmerk gelegt werden, da die Betroffenen häufig in ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „diabetischen Fuß“. Die Schmerzempfindlichkeit, doch auch die Sehkraft, nehmen ab.

Diabetius mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung und wird im Volksmund als Diabetes oder "zuckerkrank" bezeichnet. Sie ist auf einen Insulinmangel zurückzuführen was zu einem dauerhaft überhöhten Blutzuckerspiegel führt. Eine Folge der Erkrankung ist eine diabetische Neuropathie, bei der es zu Schäden an Körpernerven durch Entzündungen kommen kann.

Diabetespatienten haben ein verändertes Wärmeempfinden

Dies beginnt bei den Extremitäten wie den Füßen. Aus diesem Grund muss man bei Diabetikern besonders bei der Fußpflege gründlich und vorsichtig sein, da sie eventuelle Verletzungen nicht spüren. Dasselbe gilt bei der Temperatur. Ein Diabetiker erkennt häufig nicht, wenn Schuhe drücken oder die Füße frieren. Warme Fußbäder sollten vorher getestet werden, da manche Diabetiker die Hitze nicht spüren und sich Verbrennungen zuziehen können.

In der Regel ist dennoch zu betonen, dass man bei der Anwendung von Wärme nicht pauschalisieren darf. Meistens, außer bei einer gestörten Körpertemperaturregulierung, merkt der Betroffene selbst, was ihm gut tut. Jede Erkältung ist anders. Mal spürt man das Verlangen nach Wärme und mal nicht. Besonders in diesem Fall solltest du in dich gehen und auf dein Körpergefühl achten. Du solltest dich an jede Methode langsam ran tasten und bei Schmerzen oder unerwarteten Problemen etwas Neues probieren oder Deinen Arzt kontaktieren.

Wärmetherapie bei Morbus Bechterew

Morbus Bechterew ist eine entzündliche, nicht heilbare Erkrankung der Gelenke, die durch das körpereigene Immunsystem ausgelöst wird. Oftmals dauert es Jahre bis die Krankheit diagnostiziert wird. Die Symptome reichen von einer leichten Steifheit bis hin zu einer kompletten Verschmelzung der Wirbelkörper.

Trotz der Irreversibilität der Krankheit können verschiedene Therapieverfahren den Alltag Betroffener erleichtern. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist Bewegung um die Mobilität der Wirbelsäule aufrecht zu erhalten und eine gesunde Lebensweise.

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) verursacht eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule, die mitunter einzelne Wirbelkörper miteinander verknöchert.

Morbus Bechterew ist eine entzündliche, arthritische Erkankung der Wirbelsäule

Eine Wärmetherapie hilft bei Morbus Bechterew den Allgemeinzustand zu verbessern. Sie wirkt

  • muskelentspannend
  • fördern die Durchblutung
  • wirken entzündungshemmend
  • lindert Schmerzen

Heiße Bäder und Moorpackungen in jeglicher Form sind hier sehr hilfreich. Dennoch, bei Morbus Bechterew sollten Wärmeanwendungen während Schüben vermieden werden. Du solltest darauf achten bei aktiven Schüben einen direkten Kontakt mit der betroffenen Stelle mit Wärme zu vermeiden. Hier sollten Kältebehandlungen zum Einsatz kommen. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung durch Infrarotlampen oder die Ultraschallwärmetherapie.

Manche Patienten berichten von positiven Erfahrungen nach einem heißen Bad mit einem aufgewärmten Körper oder sogar in der Badewanne, Rückenübungen durchzuführen. Solum-Badezusätze, die ebenfalls aus Moorschlamm gewonnen werden, sind dabei ein besonderer Tipp für ein heilendes Bad.

Auch Wassergymnastik in Form von Fitnesskursen im Schwimmbad entlasten den Rücken und geben den Patienten eine unschätzbare Beweglichkeit zurück. Ebenso hilfreich sind warme Öl- oder Moormassagen. Die Kraft dieser Hausmittel ist nicht zu unterschätzen. Je nach persönlicher Ausführung sind sie außerdem kostengünstig und deshalb in jedem Fall einen Versuch wert.

Wichtig!

Die Behandlung von Morbus Bechterew ist sehr individuell. Es geht darum Schmerzen zu lindern und einen größtmöglichen Bewegungsfreiraum zu erhalten. Eine Heilung ist mit dem heutigen Stand der Medizin nicht möglich.


7. Zusammenfassung

Zu Beginn der Diagnose steht die Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) des Patienten. In Abhängigkeit der genannten Beschwerden folgt eine körperliche Untersuchung. Was tun, wenn du mal wieder unter Rückenschmerzen leidest? Deine Muskeln schmerzen, du bist verspannt und dies wirkt sich negativ auf deinen Rücken und letztendlich auf dein allgemeines Wohlbefinden aus.

Wir haben eine einfache und schnelle Lösung für dich, die Wärmetherapie! Solltest du gerne auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen und auf eine sofortige Linderung deiner Schmerzen hoffen, dann ist die Wärmetherapie genau die richtige Entspannungsmethode für dich. Kurz gesagt: die Wärmetherapie ist in jeder Situation anwendbar und hilft dir durch die angenehme Erwärmung schmerzender Regionen deinen Alltag zu bewältigen.